Die Wohnoptionen und die Suche

Geschrieben am 03.02.2023
von Emelie Wegner


Bestimmt weißt du schon, dass Wohnen nicht immer gleich aussieht oder in gleicher Art funktioniert. Wo und wie jemand wohnt, hängt von verschiedenen Dingen ab: Finanzen, Alter, Erfahrung. Damit es hier also keine bösen Überraschungen gibt, muss man sich sehr gut überlegen, welche Wohnform am besten zu einem selbst passt. Dafür solltest du dich mit deiner Betreuungsperson austauschen. Du kannst auch Tests machen, um herauszufinden, wie gut du schon alleine „klarkommst“. Hier sind die wichtigsten Wohnformen:

Wohngemeinschaft: Wohngemeinschaften (kurz: WG) sind meistens privat organisiert. Manchmal sind WGs schon möbliert. Manchmal sind WG-Angebote befristet. Befristung bedeutet: Das Ende des Mietzeitraums steht schon von Anfang an fest und kann nicht verlängert werden, zum Beispiel 6 Monate oder 12 Monate. Das kann je nach Situation Vorteile oder Nachteile für dich haben. Das Wohnen in einer WG kann sehr schön sein, wenn man sich gut mit den anderen Mitbewohnern versteht. Prüfe vorher im Gespräch mit den anderen Mitbewohnern: Welche Bedürfnisse hast du (z. B. viel Ruhe und keine lauten Parties)? Passen deine Bedürfnisse mit der WG zusammen?

Wohnheim: Plätze in Wohnheimen bekommt man meistens nur, wenn man eine Ausbildung oder Studium absolviert. Wohnheime sind meistens möbliert und relativ günstig. Oft bist du in einem Wohnheim mehr „allein“ als in einer WG. Hat ein Wohnheim eine Gemeinschaftsküche oder Gemeinschaftsraum, kannst du hier aber genauso schnell soziale Kontakte knüpfen wie in einer WG.

Eigene Wohnung: Wenn du ganz alleine wohnst, hast du am meisten Freiheit. Aber auch am meisten Verantwortung. Lass dich gut beraten, ob diese Wohnform zum jetzigen Zeitpunkt zu dir passt.

Wichtig: Diese Wohnformen sind Möglichkeiten, die es grundsätzlich gibt. Welche dieser Optionen es tatsächlich in deiner Stadt gibt, musst du individuell prüfen.

Tipp: Du möchtest alleine wohnen, hast aber kein oder wenig Einkommen? Ein WBS (Wohnberechtigungsschein) oder die ambulante Betreuung durch die Jugendhilfe könnten Unterstützungsmöglichkeiten sein. Infos dazu findest du auf der Seite Wohnberechtigungsschein 

 

Jetzt weißt du, welche Möglichkeiten es gibt. Aber wie sucht man konkret nach einer Wohnung?

Lokale Möglichkeiten sind Anzeigen in Zeitungen, Aushänge bei Supermärkten oder Unis/Fachhochschulen.

Lokale und auch (über)regionale Angebote findest du bei www.wg-gesucht.de oder www.ebay-kleinanzeigen.de. Hier kannst du auch kostenlose Gesuche erstellen.

Meistens dauert es eine Weile, bis man eine Wohnung findet. Die Suche kann dabei schnell frustrierend sein, wenn man Absagen bekommt. Dann ist besonders wichtig: Geduld haben und dranbleiben! Ein Tipp: Nutze dein gesamtes Netzwerk. Frage jede Person, die du kennst.

Wohnungsanzeigen enthalten häufig viele komplizierte Begriffe. Auf der Seite meinestadt.de findest du die wichtigsten Fachbegriffe zum Thema Wohnen und Miete

Beachte beim Lesen einer Anzeige immer: Es gibt manchmal unseriöse Angebote. Hört sich ein Angebot zu gut an, um wahr zu sein? Dann sei besonders kritisch. Es könnte sich wirklich um Betrug handeln.

Hier haben wir die wichtigsten Tipps für die Wohnungsbesichtigung:

•           Unterschreibe niemals einen Mietvertrag ohne eine Wohnung oder ein Zimmer vorher gesehen zu haben! Dafür gibt es persönliche Termine oder Sammeltermine. Bei Sammelterminen schauen sich alle interessierten Personen die Wohnung zum gleichen Zeitpunkt an.

•           Bereite dich gut vor! Das bedeutet zwei Dinge. Erstens: Du musst dich selbst als Mieterin oder Mieter gut präsentieren. Das ist wie bei einem Vorstellungsgespräch auf einen Ausbildungsplatz. Hast du alle wichtigen Unterlagen beisammen, die die Vermieterin oder der Vermieter braucht? Zweitens: Du möchtest die Wohnung prüfen, ob sie gut ist. Dafür kannst du Checklisten nutzen und dir vorher wichtige Fragen überlegen.

•           Nimm am besten eine zweite Person mit. Vier Augen sehen immer mehr als zwei! Aber Achtung: Eine Ausnahme sind Wohngemeinschaften. Hier möchten die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner dich persönlich kennenlernen. Komme also lieber alleine.